Hydraulikflüssigen (Auswahl)

Hydraulikflüssigkeiten auf Mineralölbasis Die in diese Gruppe enthaltenen Hydraulikflüssigkeiten werden auf Mineralölbasis in unterschiedlicher Viskosität mit entsprechenden Additiven hergestellt. Sie werden immer noch am häufigsten eingesetzt und auch als Hydrauliköl bezeichnet. Z. B.:

HLP: Hydrauliköle mit Additiven zur Erhöhung des Korrosionsschutzes, der Alterungsbeständigkeit etc.


Schwer entflammbare Hydraulikflüssigkeiten
In dieser Gruppe sind die schwer entflammbaren Flüssigkeiten enthalten. Diese werden vor allem dort eingesetzt, wo Mineralöle aufgrund hoher Brandrisiken nicht eingesetzt werden dürfen. In bestimmten Industrien und Bereichen sind schwer entflammbaren Flüssigkeiten vorgeschrieben.

Die schwer entflammbaren Flüssigkeiten werden in folgende Gruppen eingeteilt:

HFC: Wasserglykole mit einem Wassergehalt von ca. >35% und Glykol. Diese schwerentflammbare Flüssigkeit ist einsetzbar für Temperaturen zwischen ca. -20 °C bis ca. +55 °C und Drücke von bis zu ca. 250 bar. Unter den schwer entflammbaren Flüssigkeiten wird diese am häufigsten eingesetzt. HLP-Mineralöl und HFC-Flüssigkeiten dürfen nicht miteinander gemischt werden, da dies u. a. zu Schaum- und Flockenbildung führen und schwere Funktionsstörungen verursachen kann!

HFD: Wasserfreie synthetische Flüssigkeiten. Diese Flüssigkeiten sind schwer entflammbar und einsetzbar für Temperaturen zwischen ca. -20 °C bis ca. +60 °C. Je nach Hauptbestandteil werden die HFD-Flüssigkeiten unterteilt in:

HFD-R
: Phosphorsäureester
HFD-S
: wasserfreie chlorierte Kohlenwasserstoffe
HFD-T
: Mischungen aus HFD-R und HFD-S
HFD-U
: andere wasserfreie Zusammensetzungen



Umweltfreundliche Hydraulikflüssigkeiten
Für den Einsatz in biologisch kritischer Umgebung wie z. B. Wasserschutzgebieten wurden Hydraulikflüssigkeiten entwickelt, die biologisch abbaubar sind. Diese Fluide können aus Mineralöl produziert werden, oft werden diese aber auf Basis nachwachsender Rohstoffe, wie z. B. pflanzlicher Öle hergestellt. Biologisch abbaubare Fluide aus nachwachsenden Rohstoffen werden auch als Biohydraulikflüssigkeiten bezeichnet. Umweltfreundliche Hydraulikflüssigkeiten sind Schadstoffe der Schadstoffklasse I.

Die umweltfreundlichen Hydraulikflüssigkeiten werden wie folgt unterteilt:

HETG: Diese Fluide auf Basis Triglyceride (pflanzliche Öle wie z. B. Raps- und Sonnenblumenöle) mit guten Schmiereigenschaften sind biologisch sehr gut abbaubar und i.d.R. nicht wassergefährdend. Gegenüber Mineralölen besitzen sie eine geringere Alterungsbeständigkeit und können nur eingeschränkt unter Temperaturbelastung eingesetzt werden.

HEPG: Wasserlösliche Hydraulikflüssigkeiten auf Basis Polyglykolen (Polyglycole), die aus Mineralöl hergestellt werden. Sie sind biologisch sehr gut abbaubar und nicht wassergefährdend. Ihre Eigenschaften sind mit denen von Mineralölen vergleichbar, sie sind wasserlöslich und nicht mit Mineralölen oder Pflanzenölen mischbar.

HEES: Synthetische Ester die sowohl auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen als auch auf Basis von Mineralöl produziert werden können. Sie sind biologisch sehr gut abbaubar, nicht wassergefährdend und erfüllen die Wassergefährdungsklasse 1. Sie besitzen eine hohe Alterungsbeständigkeit und sind gegenüber extremen Arbeitstemperaturen unempfindlicher.

HEPR: Hydraulikflüssigkeiten meist basierend auf anderen Basisflüssigkeiten, in erster Linie Polyalphaolefine.